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Von Anis bis Koriander: Weihnachtliche Gewürze

Weihnachten hat nicht nur eigene Lieder, Bräuche und Spezialitäten - sondern auch einen eigenen Duft. Jeder kennt diesen besonderen Duft, der uns auf Weihnachtsmärkten verführerisch um die Nase weht, und jeder kennt den charakteristischen Geschmack von Lebkuchen und Glühwein. Das Geheimnis des Weihnachtsduftes sind seine exotischen Gewürze - und die sind nicht nur delikat, sondern auch gesund. Tauchen Sie genüsslich ein in die ferne Welt von Anis, Koriander, Muskat und Zimt.

Anis
Ein Hauch von Lakritze, eine deutliche Süße, ein fulminantes Aroma: Anis gehört zu jenen Gewürzen, die sich für die Ewigkeit im Gedächtnis einprägen. Aus den Springerlen, dem Weihnachtsbrot oder den vollmundigen Gewürzkuchen ist Anis nicht mehr wegzudenken, muss aber einen langen Weg zurücklegen, um in die deutschen Backstuben zu gelangen: Die Heilpflanze stammt aus dem Orient und wurde dort traditionell als krampf- und schleimlösende Medizin eingesetzt. Anis und Alkohol scheinen zudem eine ideale Basis für Nationalgetränke zu sein: Sowohl bei den Griechen, Türken als auch bei den Franzosen dient Anis als Grundlage für starke Liköre und Schnäpse.

Gewürznelke
Die Gewürznelke ist das Parfum des Weihnachtsmannes und lässt sich kinderleicht als Raumbedufter nutzen: einfach eine frische Orange mit den kleinen, dunkelbraunen, nagelförmigen Nelken spicken - und schon verbreitet sich ein köstliches Aroma im Haus. Eine Nelke befindet sich bereits in einem ehrwürdigen Alter, wenn sie in die Gewürzregale kommt: Das Myrtengewächs gedeiht nur an Meeresküsten und beginnt erst nach 20 Jahren zu blühen. Alleine dieser Zeitfaktor macht die Nelke so wertvoll und begehrt. Und wie die anderen Weihnachtsgewürze stammt die Nelke aus fernen Gefilden: Ihre Heimat hat sich auf den Molukken; heute wird sie aber auch in anderen tropischen Ländern erfolgreich angebaut. Nelke harmoniert gut mit Lebkuchen und Früchtebrot und ist fester Bestandteil von Spekulatius. In ihrer Heimat wird sie auch zur Desinfektion und Schmerzlinderung verwendet.

Kardamom
In nebelverhangenen, tropischen Bergwäldern wächst eines der teuersten und begehrtesten Weihnachtsgewürze: der südindische Kardamom, welcher Stollen, Gewürzplätzchen und Lebkuchen eine unvergleichliche Note verleiht. Dem Kardamom wird eine appetitanregende und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt; zudem soll er Völlegefühl lindern und bei Blähungen helfen. Deshalb findet man dieses Weihnachtsgewürz auch in einigen naturheilkundlichen Magentropfen.

Koriander
Wirklich lecker duftet die Korianderpflanze, welche im östlichen Mittelmeerraum angebaut wird, nicht - viel eher verströmt sie einen irritierenden, wanzenartigen Geruch. Ganz anders aber verhält es sich mit ihren Früchten: Sie kitzeln Nase und Gaumen mit einem süßen, zarten Aroma, das vorzüglich zu Printen und Lebkuchen passt. Gesund ist der Koriander allemal: Sein ätherisches Öl wird traditionell zur Behandlung von Magenkrämpfen und eine überlastete Verdauung eingesetzt.

Muskat
Muskat ist eines der Weihnachtsgewürze, die bei guten Köchen das ganze Jahr über Saison haben - zum Beispiel für das Zubereiten eines Gratins oder Kartoffelpürees. Unterschieden wird hierbei zwischen der Muskatblüte und der Muskatnuss. Da die Muskatblüte ein edleres, feineres Aroma hat, gilt sie bei Gourmets als das Nonplusultra des Muskatbaums. Geschmacklich sind sich Muskatnuss und -blüte aber sehr ähnlich. Der Muskatnussbaum ist auf den Philippinen und den Gewürzinseln zu Hause und bringt gelbe, pflaumengroße Früchte hervor, deren Samen die Gewürzöle bergen. Die dezent aber charakteristisch schmeckende Muskatnuss kommt vorwiegend beim weihnachtlichen Backen zum Einsatz, beispielsweise für Lebkuchen und Pfeffernüsse.

Piment
Nicht zu verwechseln mit der Gewürznelke ist der Nelkenpfeffer - das so genannte Piment. Der Pimentbaum stammt aus Westindien, Jamaika und Lateinamerika. Seine Beeren werden in speziellen Öfen getrocknet, bis sie eine raue, rotbraune Schale bekommen haben - denn genau in dieser Schale steckt der intensive Geschmack des Piments. Piment wird als gemahlenes, sehr feines Pulver verkauft und erinnert geschmacklich an eine Mischung aus Nelken, Pfeffer und Muskat. Deshalb wird Piment von manchen Köchen auch als "Allgewürz" bezeichnet und verleiht Lebkuchen ihre unaufdringliche, angenehm wärmende Schärfe.

Vanille
Wie Muskat zählt auch Vanille zu jenen Gewürzen, die zum Standardsortiment eines gut ausgerüsteten Kochs gehören. In der Weihnachtsbäckerei hat die Vanille allerdings einen wahren Großensatz zu bewältigen: Sie wird in fast jeden Plätzchenteig gemischt, umhüllt die berühmten Vanillekipferl, gesellt sich zu Punschgetränken und schmiegt sich in Bratäpfel. Wer etwas auf seine Kochkünste hält, verwendet die echten, schwarzen Vanilleschoten, aus denen das Mark ausgekratzt wird. Die Vanillepflanze ist eine Orchidee und ragt bis zu 15 Meter hoch in den afrikanischen Himmel. Da sie über 35 Duftkomponenten beinhaltet, ist die Vanille auch bei der Parfumproduktion unverzichtbar. Nicht zuletzt soll sie aphrodisierend wirken und die körpereigenen Glücksbotenstoffe in Schwung bringen.

Zimt
Aus dem fernen Ceylon stammt der Zimtbaum, dessen getrocknete Rinde zu goldgelbem, duftendem Pulver verarbeitet wird - dem Zimt. Zimt verfeinert Bratäpfel, Gebäck und wurde sogar Namensvetter seiner eigenen Sterne. Damit die nussigen Zimtsterne schön weich und aromatisch bleiben, sollten sie zusammen mit Orangenschalen in einer Blechdose aufbewahrt werden. Hochwertiger Zimt ist gesund: Er senkt den Blutfettspiegel, wirkt wohltuend auf die Verdauung, fördert den Appetit und wärmt mit seiner prickelnden, sanften Schärfe von innen.

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Einseitige Ernährung bedeutet - wie allseits bekannt - auf Dauer negative gesundheitliche Folgen für den menschlichen Organismus. Die gut gemeinten Ernährungstipps können wir teilweise auswendig herunterbeten, doch zwischen Wissen und Ausführen klafft oft ein großes Loch.